1. Alles was ist lässt sich auf einen transzendenten Urgrund zurückführen

2. Das letzte Heil liegt im Absolutum

3. Alle Religionen beziehen sich auf dasselbe Absolutum

4. Der Zweck der Religionen ist die Verbindung zum Absolutum

5. Es gibt verschiedene Wege zum Absolutum

Die Essenz der Seiten von espirit

1. Alles was ist lässt sich auf einen transzendenten Urgrund zurückführen

Es gibt eine letzte Ursache für alles was ist, einen transzendenten Urgrund, das Absolutum bzw. Gott. Das Absolutum ist ungeboren, unvergänglich und jenseits von Raum und Zeit. Es bildet den letzten Horizont aller Wirklichkeit. Das Absolutum ist bei entsprechender Vorbereitung und Gnade zwar erfahrbar, nicht aber mit Worten beschreibbar oder in Konzepte zu fassen. Alles was ist, geht auf dieses Absolutum zurück und steht zu Ihm in Beziehung ('ich bin in Dir - Du bist in mir').

2. Das letzte Heil liegt im Absolutum

Der Mensch kann sein letztendliches Heil nur in seiner Beziehung zum Absolutum finden. Alles andere ist relativ und vergänglich. Unsere Beziehung zum Absolutum ist essenziell und kann nicht durch Wohlstand, Wohlfahrt und technischen Fortschritt, ja nicht einmal durch Kultur, Menschenrechte oder Ethik ersetzt werden.

3. Alle Religionen beziehen sich auf dasselbe Absolutum

Wenn es so etwas wie das Absolutum gibt, so ist es für alle Menschen dasselbe. Jede Religion ist in einem spezifischen kulturellen Kontext entstanden, der sich stark vom Entstehungskontext der anderen Religionen unterscheidet. Da sich das Absolutum nicht mit Worten beschreiben lässt, muss dies über den Umweg von Metaphern und Denkmodellen geschehen. Damit diese verstanden werden, müssen sie auf den jeweiligen sozialen und kulturellen Kontext abgestimmt sein. Es ist davon auszugehen, dass sich alle Religionen letztlich auf dieselbe Erfahrung bzw. dasselbe Absolutum beziehen. Es gibt keine allgemein akzeptierte Grundlage, auf der eine Religion für sich eine Sonderstellung oder gar das Primat beanspruchen könnte.

4. Der Zweck der Religionen ist die Verbindung zum Absolutum

Der letztendliche Zweck jeder Religion liegt darin, ihren Anhängern eine Verbindung zum Absolutum nahezubringen. Dazu bietet jede Religion eine Erklärung der letzten Zusammenhänge sowie Riten, Gebete und weitere Praktiken.

5. Es gibt verschiedene Wege zum Absolutum

Das Absolutum ist in jedem Menschen immer verfügbar – als 'göttlicher Funken', 'Buddhanatur' bzw. 'Leerheit' oder 'Atman'. Jeder Mensch kann eine innere Beziehung zum Absolutum aufbauen. Die Religionen sind dazu keine Voraussetzung, bieten aber Hilfsmittel und Unterstützung auf dem je eigenen spirituellen Pfade an.

Diskussion

Weder die obenstehenden Thesen noch die entsprechenden Gegenpositionen lassen sich beweisen. Zur Plausibilisierung der Thesen kann folgendes angeführt werden:

  • Die Erfahrung einer transzendenten Realität jenseits aller Begriffe(Gotteserfahrung) scheint zu den grundsätzlichen Möglichkeiten des Menschen zu gehören, wie auch immer diese Erfahrung zustande kommen mag. Die Erfahrung wird von den Betreffenden als tiefgreifend und wegweisend für das weitere Leben beschrieben. In den verschiedenen mystischen Traditionen wird zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten von solchen Transzendenz-Erfahrungen berichtet. Sowohl die Erfahrungen selbst als auch die daraus abgeleiteten Konsequenzen für das eigene Leben weisen zentrale Parallelen auf.
  • Es gibt auf dieser Welt keine traditionelle Kultur, die sich nicht auf eine Religion beziehen würde. Religion und Spiritualität entsprechen einem menschlichen Grundbedürfnis.
  • Der Bezug zu einer Religion bzw. die religiöse Betätigung können einen positiven Effekt auf das eigene Wohlbefinden und das soziale Zusammenleben haben.
  • In der Essenz weisen die Weltreligionen zentrale Parallelen auf. Sie kennen alle ein absolutes Prinzip, einen Pfad um sich dazu in Beziehung zu setzen sowie einen Katalog von vergleichbaren Werten und Verhaltensnormen.

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Version vom 04. August 2020

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